© Persönlich, 12.05.2006
Kurt W. Zimmermann: SRG ist nicht produktiv genug
Finanzbericht betriebswirtschaftlich unter die Lupe genommen.
Kurt W. Zimmermann nimmt den Finanzbericht der SRG, den die Eidgenössische Finanzkontrolle verfasst hat, unter die Lupe. Die meistverwendeten Wörter sind "Produktivität", "Produktivitätsfortschritt" und "Produktivitätsgewinn". Zimmermann erwartete, dass die Finanzkontrolle denn auch untersucht hat, wie es mit der Produktivität der SRG steht. Dem aber sei nicht so, stellt der Kolumnist fest.
Weil es der Bericht nicht tut, hat Zimmermann die Zahlen aufgelistet. Er wählt eine Fünfjahresperiode und kommt 2001 auf einen Umsatz pro Mitarbeiter von 325'000 Franken. 2005 waren es noch 329'000 Franken. Das heisse, die SRG sei in den letzten fünf Jahren nicht produktiver geworden. Zählt man die Gebührengelder von 1.1 Milliarden Franken nicht, sieht es noch schlechter aus. Dann sinkt der Umsatz pro Mitarbeiter im Jahr 2001 auf 87'000 Franken und im Jahr 2005 auf 88'000 Franken. Berücksichtige man die Teuerung, sei die Produktivität gar gesunken.
Das sei "pitoyabel", wie sich Zimmermann ausdrückt. Als Vergleich fügt er die Zahlen der Tamedia und der NZZ-Gruppe an. Die Tamedia erreicht 2001 381'000 Franken pro Mitarbeiter und die NZZ-Gruppe 246'000 Franken. 2005 waren es bei der Tamedia 402'000 Franken und bei der NZZ-Gruppe 270'000 Franken. Dies seien keine weltmeisterlichen Zahlen aber sie seien doch ganz annehmbar. Die privaten Medienanbieter hätten sich verschlankt und hausinterne Bürokratien abgebaut. Das habe die SRG nicht getan, wie die Zahlen zeigten, so Zimmermann weiter.
Zimmermannss Schluss: "Der Zwangssender, der sich so gern als unabhäniges Unternehmen definiert, ist für ein unabhängiges Unternehmen zu fett, zu ineffizient, zu unproduktiv". Es zeige sich nun, dass die Herren der SRG-Spitze alle Bundesbeamte gewesen seien. Sie führten wenig kostenbewusst wie Beamte. Die Finanzlage können sie nur aus eigener Kraft ändern und nicht aus fremder Kraft. So gebe es für eine "Steuererhöhung via TV-Gebühren" keine Legitimation. Auch ein Gefälligkeitsgutachten ändere nichts daran.
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